Das große Unbewusste

Das große Unbewusste – über Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri.

In einer guten Schaffensphase ist man gleichsam der Empfänger dessen, was das Unbewusste hervorbringt. Man darf während des Prozesses jedoch nicht bewusst über den Vorgang nachdenken, weil man dadurch gleichsam „Sand ins Getriebe streut“. „Folge den Regeln, aber denke nicht bewusst über Sie nach“ lautet der entscheidenden Grundsatz.

Ein anschauliches Beispiel wird uns im Film Amadeus beschrieben. Darin geht es um Amadeus Mozart und den Komponisten Antonio Salieri. Mozart war ein genialer Komponist, Salieri nur ein mittelmäßiger (oder sogar noch weniger als das; Mozart macht sich im Film über Salieris Flötenmelodien lustig). Doch Salieri ist kein Dummkopf, da er Mozarts Genie sofort erkennt.
Salieri symbolisiert in diesem Film sozusagen das Bewusstsein. Wenn er komponiert, kostet ihn das sehr große Mühe und Anstrengung. Er peinigt sein Gehirn sozusagen so lang, bis es schließlich ein ziemlich mageres Musikstück produziert hat.

Mozart repräsentiert das Unbewusste. Die genialen Werke die er komponiert hat „erschienen“ ihm. Er hört sie und braucht sie nur rasch aufzuschreiben. Aus seinem Unbewussten kommt überwältigende Musik „herangestürmt“, manchmal so schnell, dass er mit dem Schreiben nicht nachkommt (in Salieris Augen wird Mozarts Genialität nicht vom Unbewussten sondern von Gott genährt; Salieri glaubt, Gott „schenke“ Mozart die Musik). Man kann sich vorstellen, dass Salieri vor Neid grün geworden sein muss. Mozart war nicht nur ein tausendmal besserer Komponist als er, sondern braucht zu allem Überfluss so gut wie nichts tun, um seine genialen Werke hervorzubringen, wogegen Salieri sehr hart arbeiten musste und trotzdem nur eher klägliche Ergebnisse zustande brachte.

Genauso verhält es sich mit dem Schreiben einer z.B. E-Mail.
Man denkt über einen Satz nicht vor dem Niederschreiben bewusst nach, sondern erst anschließend! Das schreiben einer E-Mail ist ein unbewusster Vorgang – das heißt: Die Sätze tauchen aus dem Unbewussten auf.

Es geschieht unbewusst und mit Hilfe unseres Bewusstseins nehmen wir im Nachhinein nur noch ein paar kleine (oder manchmal auch größere) Änderungen vor. Das Bewusstsein beschäftigt sich mit Details – im Nachhinein.

Hier wurde gezeigt dass gute Entscheidungen oft dem Unbewussten entspringen und dass wir das Bewusstsein nutzen, um anschließend ein paar Dinge zu überprüfen und die bekannten i-Tüpfelchen zu setzen.

Das Unbewusste schreibt, das Bewusstsein schreibt um.